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Kleines Kuh-Lexikon - Was is was? <- Biestmilch Kuhmilch in den ersten fünf Tagen nach dem Kalben Brunst Tage, in denen eine Kuh trächtig (schwanger) werden kann; die Brunstdauer ist etwa ein Tag, der Brunstzyklus ca. 3 Wochen und die erste Brunst bekommt die Kuh mit ca. 10 Monaten - die Bezeichnung "bullige Kuh" bezeichnet ebenfalls eine brünstige Kuh. Bulle/Stier Männliches, geschlechtsreifes Rind Euter Milchbildende Drüse zwischen den Hinterbeinen der Kuh. Es hat 4 Zitzen oder auch Striche genannt Färse Weibliches Kalb nach dem ersten Lebensjahr, welches noch kein Kälbchen zur Welt gebracht hat; in Süddeutschland und Österreich auch Kalbin genannt Fresser Jungtier zwischen einen halb Jahr und ein Jahr (geschlechtsneutrale Bezeichnung) Kalb Jungtier bis etwa einem halben Jahr (geschlechtsneutrale Bezeichnung); bei der Geburt wiegen die Tiere etwa 35-45 kg und kommen normal mit den Vorderbeinen zuerst auf die Welt Kuh Weibliches, geschlechtsreifes Rind Luzerne Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler Ochse Kastrierter Bulle - die Ochsen sind ruhiger und weniger schreckhaft als Bullen Rind Oberbegriff; bezeichnet sowohl weibliche als auch männliche Tiere Silage durch Milchsäuregärung konserviertes hochwertiges Grünfutter, riecht leicht säuerlich Milch <- Wie entsteht die Milch? <- Alles fängt mit den ausgerupften, saftigen, grünem Gras, Klee und Wildkräutern an; denn die Kühe beißen es nicht ab, sondern nutzen ihre rauen Zungen, um es abzureißen. Diese Grasbüschel gelangen unzerkaut mit viel Speichel in den ersten der beiden Vormägen (Pansen), der ein Volumen von bis zu 200 Liter erreichen kann. Dort sorgen Wärme und diverse Mikroorganismen dafür, daß die Pflanzenzellen aufgelöst und deren Zellulose in Energie umgewandelt wird. Nachdem der erste Verdauungsvorgang beendet ist, werden kleine Portionen des Breis in den zweiten Vormagen (Netzmagen) befördert, der seinerseits kleine Kügelchen formt und diese zum Wiederkäuen zurück ins Maul befördert. Daher sieht man die Tiere häufig auf der Weide liegen, wie sie vor sich hin dösen und ständig kauen. Sie käuen wieder. Rinder sind, genau wie Schafe und Ziegen, aber auch Giraffen und Hirsche, Wiederkäuer. Durch das intensive Kauen wird die Nahrung weiter zerkleinert. Beim zweiten Schlucken gelangt die Nahrung über den Blättermagen, hier wird dem zermahlenden Brei Wasser entzogen, das vom Körper über die Nieren als Urin ausgeschieden wird, in den Labmagen oder auch Käsemagen genannt, wo die Vergärung, der eigentliche Verdauungsprozess beginnt. Der Labmagen entspricht im wesentlichen dem Magen des Menschen. Schließlich wandert der Brei weiter in den Dünndarm, wo alle benötigten Nährstoffe ins Blut gelangen. Ein Teil der Nährstoffe gelangt über den Blutkreislauf ins Euter, wo dem Blut die für die Milchbildung wichtigen Nährstoffe wieder entzogen werden. Aus den Aminosäuren wird das Milcheinweiß, aus der Glukose (Blutzucker) wird Milchzucker (Laktose) und die Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine werden direkt an die Milch abgegeben. Die Kühe fressen etwa 70 bis 80 Kilogramm Gras auf der Weide und sind acht Stunden mit dem Wiederkäuen beschäftigt. Letztlich kann die Kuh gemolken werden, was zweimal täglich geschieht. Wenn ihr Euter zu voll und prall ist, tut es ihnen weh, und sie muhen laut. Die Milch wird dann meist industriell zur Trinkmilch oder Milchfrischprodukten aufbereitet. Woraus besteht Milch? <- Aus etwa 88% Wasser, durchschnittlich 3,3% Eiweiß, davon 2,7% Casein, 3,5% Fett und 4,8% Milchzucker (Laktose). Sie ist reich an Mineralstoffen - z.B. ist es mit 120mg Calcium pro 100ml Milch eins der Nahrungsmittel mit dem höchsten Calciumgehalt - und Vitaminen, wie A und D, sowie B1, B2 und B6, C und E. Welche Milchsorten gibt es? <- Rohmilch Vollkommen unbehandelte, gegebenenfalls gekühlte Milch von Kühen (Schafen oder Ziegen) und das Ausgangsprodukt für alle Milchprodukte. Fett- und Eiweißgehalt sind nicht standardisiert. Vorzugsmilch Verpackte und filtrierte Rohmilch. Landmilch Direkt vom Erzeuger, die Milch besitzt einen natürlichen Fettgehalt. Vollmilch Ist eine pasteurisierte, standardisierte und homogenisierte Milch mit einem Fettgehalt von mindestens 3,6% und einem Eiweißgehalt von etwa 3,5%. Trinkmilch (Fettarme Milch) Fettgehalt zwischen 1,5% und 1,8%. Magermilch (Entrahmte Milch) Sie ist nahezu vollständig entrahmt und der Fettgehalt liegt unter 1%. Fettlösliche Vitamine sind nur noch in Spuren enthalten. H-Milch (Haltbare Milch) Bei der Ultrahocherhitzung wird die Milch mindestens 1 Sekunde bei 135-150°C erhitzt. Sie ist in verschlossener Packung ohne Kühlung haltbar. Kondensmilch (Dosenmilch) Die Milch wird zur Keimabtötung für 10-25 Minuten auf 85-100°C erhitzt und anschließend bei Unterdruck und 40-80 °C eingedickt (Wasserentzug). Danach hat sie einen Fettgehalt zwischen 4 und 10% und eine fettfreie Trockenmasse von etwa 23%. So ist sie für lange Zeit haltbar. Buttermilch Buttermilch zeichnet sich durch einen niedrigen Fettgehalt von maximal einem Prozent und dem nahezu vollständigen Gehalt der sonstigen Nährstoffe der Milch aus. Es schmeckt leicht säuerlich und ist leicht dickflüssig. Es ist ein Nebenprodukt der Butterherstellung. Je nach Art des Butterrahms entsteht süße oder saure Buttermilch. Was wird aus Milch hergestellt? <- Butter Ist ein Streichfett, das zu mindestens 82 Prozent aus Milchfett besteht. Ein Wassergehalt von 16% darf nicht überschritten werden, damit das Produkt als Butter verkauft werden darf. Zur Herstellung wird die Milch in Zentrifugen in wenigen Sekunden entrahmt, der Rahm dann pasteurisiert, also kurz erhitzt und abgekühlt und dann rund 20 Stunden zur Reifung gelagert. Danach in der Butterungsmaschine wird der Rahm geschlagen, die Butter abgetrennt, geknetet und abschließend abgepackt. Als Nebenprodukt der Butterung entsteht die Buttermilch. Buttermilch hat maximal ein Prozent Fett Folgende Buttersorten gibt es: Sauerrahmbutter, Süßrahmbutter, Mildgesäuerte Butter und Salzbutter. In Deutschland wird außerdem noch nach verschiedenen Handelsklassen unterschieden. Käse Käse sind frische oder in verschiedenen Graden der Reife befindliche Erzeugnisse, die aus dickgelegter Käsereimilch hergestellt sind. In der Käsereimilch können auch Buttermilcherzeugnisse, Sahneerzeugnisse, Süßmolke, Sauermolke und Molkensahne mitverwendet werden. Molke Molke ist ein wertvolles "Nebenprodukt" bei der Käseherstellung. Nach der Dicklegung der Milch wird die Molke vom Käsebruch abgetrennt. Je nach Art der Dicklegung fällt die Molke als Süßmolke oder Sauermolke an. Sauermolke entsteht bei der Herstellung von Quark, Süßmolke in erster Linie bei der Hart-, Schnitt- und Weichkäseproduktion. Quark Frischkäse mit mindestens 18% Trockenmasse, der in verschiedenen Fettgehaltsstufen angeboten wird. Von der Konsistenz ist Speisequark weich und streichfähig. Quark ist sehr eiweißreich. Joghurt Joghurt ist ein Sauermilchprodukt, welches in verschiedenen Fettstufen angeboten wird: Magermilchjoghurt (max. 0,3% Fett), fettarmer Joghurt (1,5-1,8% Fett), Vollmilchjoghurt (mind. 3,5% Fett) und Sahnejoghurt (mind. 10% Fett) Probiotischer Joghurt Enthält spezielle Milchsäurebakterien, die unempfindlich gegen Magensäure sind und daher den Darm des Menschen lebend erreichen Sahne (Rahm) Schlagsahne enthält mindestens 30% Fett. Durch Schlagen der Sahne wird eine Volumenvergrößerung um 90-100% erreicht. Saure Sahne entsteht durch Säuern einer pasteurisierten Sahne mit Hilfe von Milchsäurebakterien. Der Fettgehalt von Saurer Sahne liegt bei mindestens 10%. Kaffeesahne Kaffeesahne enthält mindestens 10% Fett, wird auch mit einem Fettgehalt von 12 oder 15% Fett angeboten. Durch das Homogenisieren wird die Weißkraft der Kaffeesahne im Kaffee erhöht. Creme fraiche Creme fraiche ist ein mild gesäuerter Rahm mit mindestens 30% Fett. Creme fraiche wird ohne Zusatz von Stabilisatoren hergestellt. Schmand Schmand ist ein gesäuertes Sahneprodukt. Mit 20-29% Fettgehalt ist Schmand zwischen der Sauren Sahne und Creme fraiche einzuordnen. Die überwiegende Zahl der angebotenen Produkte liegt etwa bei einem Fettgehalt von 24 %. Schmand wird häufig als H-Produkt, also ultrahocherhitzt, hergestellt. Sauermilchprodukte So heißen alle Milchprodukte, die durch Milchsäuregärung entstehen. Bei dieser Gärung wandeln Milchsäurebakterien einen Teil des Milchzuckers in Milchsäure um. Die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind Joghurt, Kefir und Dickmilch. Dickmilch Dickmilch wird direkt im Becher gesäuert. Die Konsistenz ist stichfest und kann mit dem Löffel gegessen werden. Geschmacklich ist sie mild-säuerlich und in verschiedenen Fettgehaltsstufen (0,3% entrahmt, 1-5% fettarm, 3,5% Dickmilch, 10% Sahnedickmilch) erhältlich. Kefir Kefir hat den Ruf, bei regelmäßigem Verzehr das Leben zu verlängern, es sei das Getränk der Hundertjährigen, heißt es im Kaukasus, wo der Kefir urspünglich herkommt und aus Stutenmilch hergestellt wird. Bei uns wird Kefir aus Kuhmilch mit Hilfe spezieller Milchsäurebakterien und Hefen gemacht. Dabei bilden sich neben Milchsäure auch Kohlensäure und ein wenig Alkohol (etwa 0,05%). Der Geschmack ist mild-sauer und sehr erfrischend. Wieviel Milchprodukte verzehren die Deutschen? <- Insgesamt verzehren die deutschen Bundesbürger rund 100 Kilogramm Milch und Milchfrischprodukte pro Jahr. Ein 1/2 Liter Milch deckt zu 54% den Tagesbedarf an Nährstoffen eines Jugendlichen ab. Warum wird Milch sauer? <- Wenn die Milch sauer wird, dann sind winzig kleine Bakterien daran schuld. Sie gelangen durch die Luft in die Milch. Diese Milchsäurebakterien wandeln den Milchzucker in Milchsäure um. Davon wird die Milch sauer und es bilden sich kleine weiße Flocken; das passiert vor allem, wenn die Milch längere Zeit im Warmen steht. Dann fühlen sich die Bakterien sehr wohl und können besonders gut arbeiten. Wieviel Milch erzeugt eine Kuh? <- Zweimal am Tag, an 365 Tagen im Jahr werden die Kühe gemolken und erzeugen im Jahr etwa 5.000kg bis 8.500kg Milch pro Kuh - das ist etwa dreimal so viel wie vor hundert Jahren. Die Leistung schwankt von 15 bis über 40 Liter pro Tag. Die Menge hängt sehr stark von der Veranlagung und der Tiere und der Rassen ab. Kühe geben 50 bis 100 Tage nach dem Abkalben die meiste Milch, danach sinkt die Menge langsam ab. Einige Wochen vor dem erneuten Abkalben werden sie nicht mehr gemolken, damit sie sich regenerieren können. Kühe <- Wieviele Rinder gibt es? <- Nach letzten Schätzungen
Auf fast jedem dritten deutschen Bauernhof (etwa 125.000) werden Milchkühe gehalten und auf weiteren rund 50.000 Bauernhöfen werden so genannte Mutterkuhherden zur Fleischerzeugung gehalten. Wie wachsen Rinder auf? <- Rinder sind bewegungsaktive Tiere und bewegen sich am liebsten in größeren Gruppen. Einem ranghöherem Tier wird blindlings gefolgt. Sie sind Fluchttiere, haben sich aber mehr oder weniger an den Menschen gewöhnt. Die Tiere können sehr schlecht sehen, dafür aber umso besser hören und riechen. Mit etwa fünf Jahren sind die Rinder ausgewachsen und werden zwanzig und mehr Jahre alt. Geschlechtsreif sind die Tiere etwa im Alter von 7-8 Monaten. Das wichtigste, damit Kühe Milch geben, ist das Kalben. Darum sollte die Milchkuh jedes Jahr ein gesundes Kalb zur Welt bringen. Heutzutage werden die meisten Kühe durch künstliche Befruchtung geschwängert. Trächtig sind die Kühe etwa neun Monate. Die neugeborenen weiblichen Kälber dienen als Nachzucht der Milchviehherde, die männlichen Kälber werden als Zucht- oder Mastbullen gehalten. Jedoch stirbt etwa 10 Prozent des Nachwuchses in den ersten Lebenswochen, was hauptsächlich auf mangelnde Hygiene bei Geburt und Aufzucht der Kälber zurückzuführen ist. Aber auch Fütterungsfehler der noch sehr empfindlichen Kälber oder Haltungsfehler führen zum Tod. Werden die Kühe im Stall gehalten, wird spätestens zwölf Stunden nach der Geburt das Kalb von der Mutter getrennt und kommt in eine so genannte Kälberbox; nach etwa vier Wochen werden die Jungtiere dann in größeren Gruppen zusammengefasst. Die Aufzuchtsperiode dauert rund 4 Monate und pro Tag nimmt das Tier dabei 750g bis 800g zu. Die älteste Kuh, von der man weiß, ist 25 Jahre alt geworden und brachte 22 Kälber zur Welt. Und noch ein paar interessante Dinge: Eine Kuh steht immer mit den hinteren Beinen zuerst auf. Ausgewachsene Rinder haben 8 Schneidezähne und jeweils 12 Backenzähne im Ober- und Unterkiefer (insgesamt also 32 Zähne). Die normale Körpertemperatur einer Kuh beträgt 39 °. Aufstallung Der Stall soll die Kühe vor Witterungsunbilden schützen und die Schwankungen der Außentemperatur abschwächen, ohne den Zutritt von Luft und Licht zu stark zu behindern. Weil durch den intensiven Stoffwechsel der Hochleistungskühe nebenbei viel Abfallwärme vom Körper erzeugt wird, vertragen sie die niedrigeren Temperaturen relativ besser als die hohen. Am wohlsten fühlen sie sich zwischen 5 bis 20° C. Innerhalb geschlossener Räume muss ein geregelter Luftaustausch erfolgen, um einerseits die notwendigen Mengen an Luftsauerstoff zuzuführen und anderseits schädliche Gase abzuleiten, die entweder – wie CO2 - ausgeatmet oder – wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff – von Kot und Harn abgegeben werden. Durch die Ausatmung, durch Schwitzen und durch Verdunstung von Wasser aus Futter, Kot und Harn erhöht sich auch der Wasserdampfgehalt der Luft. Die Tiere fühlen sich bei 60-80 % relative Luftfeuchtigkeit am wohlsten. Die richtige Gesamtkonzeption des Gebäudes, dem Haltungssysteme angepasste Belegdichte, funktionierende Be- und Entlüftung, ggf. genügend Einstreu und ordnungsgemäße Entfernung von Mist und Jauche sind erforderlich. Die Klimaführung ist ein Kompromiss zwischen dem Optimum für die Tiere einerseits und den technischen Möglichkeiten und den Kosten andererseits. Die Luftbewegung soll im Tierbereich o,2 m/s nicht überschreiten. Die Frischluft muss somit im Stall nicht nur gleichmäßig, sondern auch zugluftfrei verteilt werden. Je nach Haltungsform und Alter des Rindes finden neben Heizlüftungsanlagen im gleich- und/oder Unterdruckverfahren mit fein verteilter Frischluft auch Schwerkraftlüftungen Anwendung. Im Tierbereich sollte, dem Tag-Nacht-Rhythmus der Tiere angepasst, eine Helligkeit von 60 Lux nicht unterschritten werden. Licht brauchen die Tiere, um sich in der Stallumwelt richtig bewegen zu können, und zu einer gewissen Außensteuerung der Hormontätigkeit. Licht benötigen auch die Viehpfleger, um eine sachgemäße Arbeit leisten und die Tiere gut beobachten zu können. Weil die Kühe beim Wiederkäuen gern liegen, verbringen sie im Laufe eines Tages mehr Zeit in der Ruhestellung als im Stehen oder – bei Laufstallhaltung – in Bewegung. Deshalb stellen sie besondere Anforderungen an den Liegeplatz: Er soll trocken, warm und weich sein. Aufstehen und Hinlegen müssen ohne Verletzung der Gelenke und Euter möglich sein. Alle Laufflächen müssen so beschaffen sein, daß die Tiere nicht rutschen und die Klauen nicht beschädigt werden. So lassen sich beispielsweise bei zu starre Anbindung mancher Kurzstandställe, die in der Vergangenheit oft zu Verletzungen am Euter und an den Gliedmaßen führten, aufheben oder zumindest mildern, wenn die Steuerung des Kotabsetzens weniger durch die Standlänge erfolgt. Man kann die Kuhställe nach dem Gesichtspunkt der Bewegungsfreiheit der Tiere in Anbindeställe und Laufställe einteilen, nach dem Umfang des Witterungsschutzes in Kaltställe und Warmställe oder nach den Entmistungsverfahren in Festmistställe und Flüssigmistställe. Am gebräuchlichsten ist die Unterteilung nach Anbindeställen und Laufställen, obwohl es seit einigen Jahren Übergangs- und Mischformen gibt, welche versuchen, die Vorzüge der herkömmlichen Stallbauformen zu vereinen und ihre Nachteile zu vermeiden. Bei den Anbindeställen werden unterschieden:
Im allgemeinen werden die Anbindeställe als Warmstall ausgeführt. Das bedeutet, daß nicht nur die Liegflächen , sondern auch Decken und Wände eine gute Wärmedämmung bieten müssen. Diese ist von den verwendeten Baustoffen und von der Art der Konstruktion abhängig. Mehrreihige Ställe haben im Verhältnis zur Tierzahl weniger Abkühlungsflächen als einreihige Ställe und sind auch wegen der Baukosten den einreihigen vorzuziehen. Zur Ableitung der schädlichen Gase und des überschüssigen Wasserdampfes viel Frischluft zwischen draußen und drinnen ausgetauscht werden muss. Es gibt verschiedene Lüftungssysteme, die auch benutzt werden und nicht wegen einiger kWh gespart wird, wenn sie einmal installiert sind. Kühle, aber frische Luft ist für die Kühe viel zuträglicher als ein dampfgeschwängerter, stechend riechender, wenn auch warmer Mief. Die Laufställe sind seit jeher für das Jungvieh üblich. Bei der ältesten Form, beim Einraumlaufstall oder Tiefstall, wird die gesamte, den Tieren zur Verfügung gestellte Fläche eingestreut. Durch die Fortentwicklung über den Mehrraumlaufstall (mit Trennung des eingestreuten Liegeplatzes vom nicht eingestreuten Lauf- und Fressbereich) zum Liegboxenstall konnte der Einstreubedarf gesenkt werden. Damit wurde diese arbeitssparende Stallform auch für das Milchvieh erschlossen.
Beim Liegeboxenlaufstall wird die Liegefläche in Buchten unterteilt, deren Abmessungen sich nach der Größe der Kuh richten und die bei Festmistverfahren – mit wenig Einstreu auskommen (Länge 2,5 m; Breite 1,2 m). Man unterscheidet Liegeboxenställe mit Laufhof und Außenfütterung einerseits und geschlossene Liegeboxenställe mit Innenfütterung andererseits. Die ersteren sind in der Regel Kaltställe oder nur leicht temperiert und verursachen beim Neubau relativ niedrige Baukosten. Vorteile des Liegeboxenställe mit Laufhof:
Die geschlossenen Liegeboxenställe mit Innenfütterung, die entweder mit parallelen Futter- und Mistachsen oder mit getrennten Ruhe- und Fressbereichen eingerichtet werden, haben teilweise noch die gleichen Schwächen. Aber durch Einrichtung eines Krankenstalles können die Behandlungsmöglichkeiten verbessert werden. Durch Installation eines absperrbaren Fressgitters, an dem für jede Kuh ein Fressplatz vorgesehen werden sollte, und durch Unterteilung lässt sich ein leistungsgerechte Fütterung sichern. Geschlossene Liegboxenställe gibt es sowohl mit Festmistverfahren (Entmistung der planbefestigten Mistgänge) wie mit Flüssigmistverfahren (Teilspaltenboden, Fliesmist) Bei Neu- und Umbauten wird darauf geachtet, daß die Futtergänge befahrbar sind, um bei einer sofort oder später geplanten Mechanisierung der Futterverteilung die Wahlmöglichkeiten nicht einzuengen. Der größte Vorzug aller Liegeboxenställe ist die Verlegung des Melkens aus dem Stall in einen gesonderten Melkraum, wodurch die tägliche Melkarbeit erleichtert wird. Außerdem erlauben die Melkstände bei sachgemäßer Bedienung und Pflege der Melkeinrichtungen eine Verbesserung der Milchqualität im vergleich zum Eimermelken im Stall. Die Fressboxenställe sind Ställe, bei denen ebenso wie bei herkömmlichen Anbindeställen Fress- und Liegebereich vereinigt sind. Aber die Tiere werden nicht angebunden und gehen zum Melken in den Melkstand. Bei dem System mit offenen Fressboxen können sich die Kühe auch außerhalb der Melkzeiten frei im Stall bewegen. Beim System geschlossener Fressboxen (Sperrboxen) werden die Kühe nur zum Melken freigelassen. In der übrigen Zeit werden sie durch Nackenbügel vorn und Fang- oder Absperrbügel hinten in den Boxen festgehalten. Der Schwenkboxenstall steht den Anbindeställen noch näher, weil hier kein besonderer Melkstand vorhanden ist. Hier werden die Kühe nur bequemer gemolken, weil sie durch Trennbügel, ie um Stützen in der Mitte des Standes schwenkbar sind, in eine Fischgrätenstellung gebracht werden. Sie werden durch Nackenriegel vorn und Absperrseil hinten am Verlassen der Box gehindert. Haltung der Kälber Einzelhaltung: Die ersten zwei bis sechs Wochen sind Kälber in Einzelboxen, ggf. im Milchviehstall, bevorzugt aber in einem eigenen Raum möglichst nahe dem Melkstand unterzubringen. Zur Erleichterung der gründlichen Reinigung und Desinfektion vor jeder Neubelegung sollen die Boxen leicht zerlegbar sein. Neben den geschlossenen Boxenwände muss auch die gatterförmig ausgeführte Boxenbuchtentür mit Kopföffnungen das gegenseitige Belecken und Besaugen der Kälber unterbinden. Die geschlossene Kälberhütte sollte innen eine lichte Höhe von etwa 130 cm aufweisen. Auch Kälberiglus mit Auslauf sind gut geeignet. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß die Kälber im Sommer insbesondere in den geschlossenen Hütten vor Hitze geschützt werden und daß die anfallende Jauche sicher abfließt und aufgefangen wird. Kälber können frühestens ab der dritten Woche in Sammelbuchten gehalten werden. Zur einstreulosen Haltung von weiblichen Kälbern bieten sich der Kurzstand mit teilperforiertem Boden und Anbindung. Abtrennungen zwischen den ständen unterbindet wirksam gegenseitiges Besaugen, aber auch das Erhängen als Folge gegenseitigen Übersteigens der Kälber. Sollen auch Bullenkälber angebunden werden, sind nur reichlich eingestreute Kotstufenstände akzeptabel. Beurteilung der Anbindehaltung – Vorteile:
Gruppenhaltung: Zur Einzeltierbehandlung und zur Unterbindung des gegenseitiges Abdrängen während der Futteraufnahme dienen einzeln und gruppenweise verschließbare Fang Fressgitter mit Kopfblenden und hochklappbaren Tränkeeimerhaltern. Es gibt eine Unterteilung in der Buchten-Haltung Tiefstallbucht: Sie ist flächenaufwendig, aber besonders tierfreundlich. Der häufige Wechsel des Tieres zwischen Tiefstreu und Betonspaltenboden fördert die optimale Entwicklung des Beinwerks und bewirkt eine ausreichende Klauenhärtung sowie einen optimalen Klauenabrieb. Die erforderlichen Liegefläche je Tier beträgt etwa 1,3 m². Zur Sauberhaltung des Spaltenbodens ist dieser vom tiefer liegenden Liegplatz durch ein Gitter zu trennen. Die Kälber gelangen über einen nur 70 cm breiten Schlupf jeweils in den anderen Bereich. während des Entmistens der Liegefläche können die Kälber auf den Fressplatz gesperrt werden. Bucht mit vollperforierten Boden: Sie ist besonders arbeits- und raumsparend. Bis zur vollendeten achten Lebenswoche sind pro Kalb mindestens 1,3 m², danach 1,5 m² Buchtenfläche vorzusehen. Zur Verringerung der Wärmeleitfähigkeit des perforierten Bodens und zur Schonung der Klauen und Gelenke bieten sich gummiummantelte Betonspaltenböden oder auch Vollkunststoffroste an. In diesen Lebenswochen sollte die Stalltemperatur von 18 bis 20°C sichergestellt werden. Das Aufstallungsgewicht sollte 70 kg Lebendgewicht nicht unterschreiten. Die Flüssigmistkanäle und perforierte Böden müssen gründlich zu reinigen und mit anschließender Desinfektion zu reinigen sein. Gruppenhaltung ist ab der siebte Lebenswoche sinnvoll. Vorteile:
In spezialisierten Betrieben in Gruppenbuchten; Gruppengröße sollte 8 bis 12 Tiere nicht überschreiten. Es sollte ein Tier-Fressplatzverhältnis von 1:1 angestrebt werden. Kommen Fang-Fress-Gitter zum Einsatz müssen diese an die Tiergröße angepasst werden, was ein Umbuchten erfordert. Ist kein Fang-Fress-Gitter vorhanden, muss ein Behandlungsstand eingerichtet werden, um Personal und Tierarzt zu schützen. Zum Ein-, Um- und Ausstallen sind möglichst breite Buchtentüren vorzusehen (Tiere lassen sich leicht in der Gruppe treiben). Um Verletzungen an Tier und Mensch zu verhindern, sollten bereits die Kälber enthornt werden. In jeder Bucht sollte eine Selbsttränke installiert und zweimal täglich auf Funktion geprüft und ggf. gereinigt werden. Beim Betreten der Bucht sollte aus Sicherheitsgründen eine zweite Person anwesend sein. Bullenställe sollten wenn möglich mit einer Trauf-First-Lüftung ausgestattet werden. Die Spaltenbodenbucht ist flächensparend und stellt den wenigsten Arbeitsaufwand dar und ermöglicht eine gute Übersicht über die Tiere. Die Flächenelemente sollten eben und griffig sein, um einen gleichmäßigen Klauenabrieb zu ermöglichen. ur Schonung der Klauen und zwecks Kotdurchlässigkeit sollten Schlitzbreiten von 30mm und Auftrittsbreiten von 80mm eingehalten werden. Je Bulle mit 600 kg ist eine Freßplatzbreite von 70 cm und eine Buchtenfläche von 2,08 m2 nötig. Ein entlang der Buchtenrückwand angebrachter, 80 cm breiter Treibgang erleichtert das Ein- und Ausstallen, das Umbuchten, Wiegen und Behandeln. Überbelegte Buchten sowie zu kurze Fresszeiten begünstigen Zungenschlagen und Schwanzspitzenentzündungen und sollten daher vermieden werden. Spätestens mit 250 kg LG sollten die Tiere in Vollspaltenbodenbuchten aufgestallt werden. Der Flachlaufstall ist ein eingestreuter Gruppenlaufstall und wird besonders für weibliche Jungtiere verwendet. Im süddeutschen Raum ist der Flachlaufstall verbreitet. Dabei handelt es sich um eine Zweiflächenbucht. Die eine Hälfte ist angehoben und dient als Liegebereich, die andere Hälfte ist durch ein 5%tiges Gefälle getrennt und dient als Freß- und Mistplatz. Dabei wird der Mist durch die Bewegung der Tiere in die untere Hälfte befördert. Für einen 600 kg schweren Mastbullen wird eine 2,20 m2 große Fläche benötigt. Der Tieflaufstall mit angehobenem Fressplatz ist flächen-, einstreu-, und arbeitsintensiv. Diese Haltungsform kommt daher nur in Ausnahmefällen für die Bullenmast in Frage. Haltung der Mastkälber Aus hygienischen Gründen sollten die Mastkälberställe im Rein-Raus-Verfahren betrieben werden. Der gesamte Stall ist in geschlossene Einheiten von 30 bis 60 Kälberplätzen zu unterteilen. Infolge durch Verfütterung großer Mengen an Flüssigfutter und leichtes Schwitzen der Kälber wird viel Wasserdampf produziert, und für die Tiere, die empfindlich gegen Zugluft sind, sollte eine Zusätzliche Heizung benutzt werden. Warme Luft nimmt mehr Wasser auf. Für eine optimale Klimagestaltung ist ein Luftraum von 8 m³ je Mastkalb vorzusehen. Bei einstreuloser Haltung sind zu Mastbeginn Raumtemperaturen bis 23 °C nötig, die allmählich auf 15 °C abgesenkt werden. In eingestreuten Ställen kann die Temperatur um 13 °C liegen. Einzelhaltung wird sehr wahrscheinlich zukünftig im spezialisierten Mastbetrieb nur bis zu einem Lebensalter der Tiere von acht Wochen zulässig sein. In der Regel werden Kälber einstreulos und angebunden in Kälberständen mit Rosten gehalten. Doppelreihige Aufstallungen mit gemeinsamen Mistgang lassen sich gut sauber halten Der gemeinsame Futtergang hat kurze Fütterungswege zur Folge. Die Futterzubringung kann über fahrbare Mixer mit Direktentnahme im Stall oder mit Hilfe von stationären Mischbehältern mit Pumpen und Versorgungsleitungen und jeweils stallmittig angebrachter Zapfstelle erfolgen. Automatische Reinigung und Desinfektion der stationären Mischbehälter sind erforderlich. Bei der Gruppenhaltung wird die herkömmliche Verabreichung der tränke mit Hilfe von Zitzeneimern allmählich durch die arbeitssparenden, elektronischen Tränke-Abrufstation mit Einzeltiererkennung abgelöst. Es empfiehlt sich zusätzlich ein Fang-Fress-Gitter zum fixieren der Kälber. Das Fixieren ist zweckmäßig zur Behandlung der Tiere und im Zusammenhang mit dem Anlernen der Kälber an den Tränkeautomaten. Je Gruppe werden 10 bis 20 Tiere gehalten. Für je zehn Kälber muss eine Tränkestelle vorhanden sein. Je Tier sind 2m² Buchtenfläche und ein 45 cm breiter Freßplatz vorzusehen. Bei eingestreuten buchten sind Buchtentiefen von 4 m, bei Buchten mit vollperforiertem Boden von 3,2 m anzustreben. Aus hygienischen Gründen ist bei einstreuloser Haltung dem Stau-Schwemm-verfahren der Vorzug zu geben. Mutterkuhhaltung In Deutschland gab es bis vor etwa 45 Jahren noch keine Fleischrinderzucht und Mutterkuhhaltung. Für diese Haltungsform werden Rassen wie Angus, Hereford und Shorthorn (England) sowie Charolaise und Limousine (Frankreich) oder Fleckvieh (Deutschland) verwendet. Alleiniges Ziel dieser Produktionsform ist die Erzeugung von Fleisch. Die Mutterkühe werden nicht gemolken, die Kälber saugen bis zur natürlichen Entwöhnung an der Mutter. Die Mutterkuhhaltung kann mit Fleischrassen, aber auch mit Zweinutzungsrassen durchgeführt werden. Oft werden die genannten Rassen ihren Leistungen und Futteransprüchen entsprechend als intensiv und extensiv charakterisiert. Die Ansprüche der Tiere an Futtermenge und Futterqualität nehmen in der Reihenfolge großrahmig bis kleinrahmig ab. Es erniedrigt sich aber auch die mittlere tägliche Zunahme. Es sind folgende Eigenschaften von großer Bedeutung:
sind hinsichtlich Fütterung und Haltung anspruchsloser als die Intensivrassen. Sie haben aber auch geringere tägliche Zunahmen und ein geringere Ausschlachtung. Für die Rassenwahl ist in erster Linie entscheidend, wie die Futterverhältnisse sind und wie viel Arbeit aufgewendet werden soll. Es ist jedoch festzuhalten, daß den intensiven Fleischrassen um so mehr der Vorzug zu geben ist, je mehr die Wirtschaftlichkeit der Produktion in den Vordergrund tritt. Die Haltung von Extensivrassen ist mehr unter dem Gesichtspunkt der Extensivierung und Erhaltung des Bäuerlichen Charakters der Landschaft zu sehen. Werden Intensivrassen mit dem Ziel gehalten, einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen, dann sind dazu das Wissen und Können sowie die Arbeitsqualität notwendig, deren Niveau mit dem der Milchkuhhaltung vergleichbar ist. Extensiv-Rassen stellen dagegen weniger hohe Anforderungen an Wissen und Können und an die Arbeitsqualität. Der entscheidende Unterschied zur Milchkuhhaltung liegt arbeitswirtschaftlich darin, daß die Arbeiten weniger zeitgebunden sind (Melken) und durch saisonale Abkalbung ausgesprochene Arbeitstäler entstehen. Eine wirtschaftliche Mutterkuhhaltung setzt einen geringen Einsatz an Kapital für Gebäude und Mechanisierung voraus. Daher sind vorhandene Gebäude, technische Einrichtungen und Maschinen hierfür zu nutzen. In der Regel werden Mutterkühe in Laufställen mit Einstreu gehalten. Eine Vorrichtung zum Behandeln. Wiegen, Sortieren und Verladen der Tiere ist unerlässlich. Nach dem Abkalben bleiben Mutter und Kind bis zu drei Wochen im Abkalbstall. Dies bringt viele Vorteile:
der nach Beendigung der Abkalbeperiode entmistet wird. Was bedeutet die Ohrmarke? <- ![]() Alle seit 1998 neugeborenen und in EU-Betrieben gehaltenen Tiere müssen nach spätestens 7 Tagen mit einer so genannten Ohrmarke gekennzeichnet werden. Dieses ist eine einheitliche und flexible Kunststoffmarke an beiden Ohren der Rinder, die Angaben über das Herkunftsland, Bundesland, Regierungsbezirk, Landkreis, Kennziffer der Gemeinde und laufende Nummer des Betriebes enthalten. Die Ohrmarken behalten die Tiere ein Leben lang, eine Umkennzeichnung ist in der Regel nicht zulässig. Übrigens gibt es so was auch bei anderen Tieren, wie z.B. bei Schweinen und Schafen. Jede Nummer ist einmalig und damit ist jedes Tier eindeutig zu identifizieren. Dafür gibt es ein Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (kurz HI-Tier oder auch HIT). Aufbau der Kennziffer auf der Ohrmarke (kann von Land zu Land etwas variieren): DE aa b cc ddd eeee DE das entsprechende EU-Land aa Nummer für das Bundesland
cc Landkreis ddd Kennziffer der Gemeinde eeee laufende Betriebsnummer Was frisst eine Kuh? <- Kühe fressen
Wieviel frisst und trinkt eine Milchkuh am Tag? <- Eine ausgewachsene Kuh frisst bis zu ein Kilo Heu, vier Kilo Getreideschrot, zwölf Kilo Maissilage und fünfundzwanzig Kilo Grassilage oder anders ausgedrückt: bis zu 20 kg Trockenmasse pro Tag (Trockenmasse gleich Futter minus Wasser) An Wasser nimmt eine Kuh etwa 80 bis 120 Liter am Tag zu sich, welches aber zum Teil auch in der Nahrung schon enthalten ist. Sehr interessant ist die Rechnung, daß man für ein Kilogramm Rinderbraten bis zu 100000 Liter Wasser benötigt! Eingerechnet werden die Wassermengen für die Bewässerung der Felder, die Tränkung des Viehs und auch der Wasserverbrauch bei Verarbeitung und Transport. Die Angaben über die Wassermenge schwanken je Studie sehr stark. Wozu gibt es Kuhglocken? <- Eine Kuhglocke (alternativ Kuhschelle) ist sowohl ein Musikinstrument als auch eine Glocke, die in der landwirtschaftlichen Erwerbswirtschaft zum Einsatz kommt. Sie sind typischerweise in Form eines Trapezes, Zylinders oder eines Kelches gegossen. Kuhglocken dienen in der alpenländischen landwirtschaftlichen Erwerbswirtschaft, Herden von Rindern zusammenzuhalten. Sie werden vom Leittier um den Hals getragen und es ist der Brauch, dass ältere Tiere größere Schellen umgehängt bekommen. Durch die Bewegung der Kuh, vor allem beim Äsen bimmelt die Glocke, was allen anderen Tieren der Herde eine Orientierung ist. In losen Tierverbänden erhalten alle eine Kuhglocke, damit man Verirrte leichter wiederfinden kann. Kuhglocken sind von ihrer Machart den Schellen zuzuordnen. Bei manchen geschickten Schmieden bekommt man auf die Noten einer Tonleiter gestimmte Sätze von Schellen; ein solch ein Satz bildet das Instrument Alpenglocken. Kuhglocke wird auch als deutsche Bezeichnung für das Instrument Cowbell verwendet. Sind Kuhfladen wertvoll? <- Ja!!! Die Kuh produziert acht bis zehn grün-braune Kuhfladen am Tag, die einen Durchmesser von etwa 30 cm haben und nass bis zu zwei Kilogramm wiegen. Er ist Lebensraum zahlreicher Insekten, die dafür sorgen, dass der Fladen wieder von der Wiese verschwindet. So gräbt zum Beispiel der Mistkäfer unter dem Fladen ein bis zu 50 Zentimeter tiefes Röhrensystem. In kleinen Höhlen legt er dort einen Vorrat an Mistkugeln an. Dazwischen platziert das Weibchen ihre Eier. Die geschlüpften Larven ernähren sich dann von den Proviant- Bällchen. Die erste Fliegen schwirren bereits nach 15 Sekunden über dem Haufen; nach einer Minute herrscht schon reger Betrieb. Leisten die Käfer, Fliegen und ihre Larven gute Arbeit, ist ein Fladen nach etwa einem bis drei Monaten verschwunden. Aufgrund seiner organischen Bestandteile wird Kuhmist in der mitteleuropäischen Landwirtschaft als Düngemittel verwendet; zusätzlich kann das bei der Vergärung dieser Exkremente unter Sauerstoffabschluss entstehende Methan zur Erzeugung von Biogas dienen. Ein Kuhfladen enthält so viel Energie, daß man daraus 0,1 Kilowattstunden Strom erzeugen kann. In manchen baumarmen Hochgebirgsregionen und Hochebenen der Alpen, Tibets, Indiens und der Türkei hatten bzw. haben Kuhfladen eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung, da sie getrocknet als Heizmaterial Verwendung finden. Auch gilt Kuhdung als ausgezeichnetes Baumaterial, entweder als Zuschlagstoff zu Baulehm, oder pur in weiten Gebieten Afrikas als Putz von Flechthütten. In Indien diente frischer Kuhdung traditionell als Bodenbelag, vor allem in Küchen - man sprach ihm reinigende Wirkung zu. Dazu wurde täglich auf den Lehmboden des Raums eine dünne Dungschicht aufgetragen, die nach kurzer Zeit zu einer harten und geruchlosen Oberfläche erhärtete. Wieviele Rinderassen gibt es? <- Weltweit gibt es weit mehr als 500 verschiedene Rinderrassen. Alle echten Hausrinder stammen von dem mittlerweile ausgestorbenen Auerochsen (auch Ur genannt - lat. Bos primigenius taurus) ab. Dieser war ein sehr mächtiges, bis zu 1,88 Meter hohes, ca. 3 Meter langes und bis zu einer Tonne schweres Wildtier; nach wissenschaftlichen Erkenntnissen erstmals im indischen Raum aufgetreten. Er hatte schwarzbraunes Fell und bis zu 80 Zentimeter nach vorne geschwungene, lange, spitze Hörner. Die weiblichen Tiere waren deutlich kleiner und wie die Kälber rotbraun gefärbt. Hier eine kleine Übersicht der -bekanntesten- Hausrinderrassen: Milchrassen Amerikanisches Braunvieh (Brown Swiss), Ayrshire, Guernsey, Holstein Friesian, Jersey Fleischrassen Aberdeen Angus, Aubrac, Belted Galloway, Blanc Bleu Belge, Blond d'Aquitaine, Brangus, Charolais, Chianina, Deutsch Angus, Fleckvieh, Galloway, Hereford, Limousin, Maine Anjou, Marchigiana, Maremmana, Murray Grey, Piemonteser, Santa Gertrudis, Romagnola, Salers, Schottisches Hochlandrind (Highland Cattle), Shorthorn, Uckermärker, Vogesenrind, Wagyu, Weißblaue Belgier, Welsh Black Zweinutzungsrassen Angler Rind (Dt. Rotvieh), Braunvieh, Dexter, Fleckvieh, Gelbvieh (Frankenvieh), Glanrind, Hinterwälder, Pinzgauer, Rotes Dänisches Milchvieh, Rotes Höhenvieh, Schwarzbuntes Niederungsrind, Vorderwälder Arbeitsrassen Chianina, Fleckvieh, Gelbvieh (Frankenvieh), Glanrind, Pinzgauer, ungarisches Steppenrind Attraktivitätsrassen Galloway, Schottisches Hochlandrind (Highland Cattle), White Park Cattle In Deutschland machen fast 97 Prozent der Kühe die Rassen Schwarzbunte, Fleckvieh, Braunvieh und Rotbunte aus und etwa 50 Prozent der Rinder leben in Bayern und Niedersachsen. Das Wisent gehört übrigens nicht zu den Hausrindern, sondern stammt vom Bison ab. Beides sind Wildrinder. Büffel hießen die wilden Rinder, von denen sich die nordamerikanischen Indianer ernährten. Ihr richtiger Name ist Bison. Sie sind mit unserem Hausrind verwandt. In ihrer Heimat in Nordamerika sind sie fast ausgestorben. Wisente lebten in Deutschland bis 1921 in freier Wildbahn. Was ist die BSE-Krankheit? <- BSE ist die Abkürzung der englischen Bezeichnung "Bovine Spongiforme Enzephalopathie". Diese Bezeichnung steht für eine Erkrankung (Prionenkrankheit) bei Rindern mit einer extremen Veränderungen des Gehirns - einer schwammförmigen (im engl.: spongiform) Veränderung des Gehirns. Im deutschen wird die Krankheit auch "Rinderwahnsinn" genannt, in England sagt man häufig auch "Mad Cow Disease" dazu. Erkrankte Tiere magern schnell ab, sie werden ängstlich und aggressiv und verlieren allmählich die Kontrolle über ihre Muskeln. Es folgen Muskelzittern und unkontrollierter Speichelfluss. Rasch setzt Taumeln ein - gefolgt vom Einknicken der Vorderläufe bis hin zur totalen Koordinationslosigkeit des Tieres. Das Tier stirbt in kurzer Zeit. Die Krankheit wurde erstmals 1986 in Großbritannien beschrieben - wo es auch bis heute die meisten bekannten BSE-Fälle gibt; dort sind es bislang etwa 184000 Tiere (Stand Mitte 2006). Insgesamt wurden mit Stand 27.12.2005 in Deutschland 389 BSE-Fälle festgestellt; das erste kranke Tier wurde am 24. November 2000 in dem kleinen beschaulichen Dorf Hörsten in Schleswig-Holstein eher durch Zufall entdeckt. Die vierjährige namenlose rotbunte Kuh hatte nie Auffälligkeiten gezeigt und wurde auf freiwilliger Basis des Landwirtes Untersucht. In Österreich wurde Anfang Juni 2006 der fünfte BSE-Fall bestätigt. Das erste Tier erkrankte dort im November 2001, weitere zwei im Juni und Oktober 2005, sowie eins im Mai 2006. 2006 ist deutschlandweit laut dem Landwirtschaftsministerium kein einziger Fall von BSE aufgetreten - allerdings müssen nur Schlachttiere ab einem Alter von 30 Monaten getestet werden. Auch andere Tiere (z.B. Ziegen, Maultiere, Elche, Hirsche, Ratten, Hauskatzen, Meerschweinchen und Hamster) sind von der Krankheit betroffen. Meist wird sie dann anderes benannt. Scrapie oder im deutschen Traberkrankheit heißt die Gehirn- und Rückenmarkserkrankung bei Schafen, die bereits seit 1732 bekannt ist. BSE ist über die Nahrungskette auch auf den Menschen übertragbar. Es handelt sich um eine unheilbare und in jedem Fall tödlich verlaufende neurologische Erkrankung und ist eine neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Besonders sind jüngere Menschen betroffen. Das Krankheitsbild weicht von dem Krankheitsbild der klassischen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ab und verläuft oft erheblich langsamer. Weltweit sind bisher über 150 Menschen an dieser Krankheit gestorben, die erst durch eine postmortale Untersuchung des Gehirns sicher festgestellt werden kann. Durch haushaltsübliche Garverfahren oder Einfrieren des Fleisches töten die BSE-Erreger übrigens nicht ab. Was ist die Blauzungenkrankheit? <- Die Blauzungenkrankheit ist eine Infektionskrankheit von Schafen, aber auch Kühen und anderen Wiederkäuern. Sie wird auch häufig als Bluetongue, Maulkrankheit oder engl. 'Catarrhal fever of sheep' genannt. Die Krankheit, welche erstmals in Südafrika aufgetreten ist, wird hauptsächlich durch Mücken übertragen. Die Zahl der infizierten Tiere ist in den letzten Jahren immer mehr gestiegen, da mittlerweile auch Tiere in arabischen, asiatischen, europäischen und nordamerikanischen Ländern infiziert wurden. Die Sterblichkeit der erkrankten Tiere ist je nach Tierart und Region unterschiedlich hoch. Insgesamt liegt sie zwischen 2 und 80%. Können Kühe schwimmen? <- Ja !!! Kühe sind zwar wasserscheue Tiere, aber sie können mehr oder weniger gut schwimmen - zumindest laufen sie nicht voll oder gehen unter. Kleiner Humor am Rande: Die bekannteste schwimmende Kuh ist die Seekuh, die dafür aber keine Milch erzeugt! Übrigens zählen neben den Kühen zu den Schwimmern:
Gibt es lila Kühe? <- Nein!!! Es handelt sich um eine Werbe-Idee der Firma Milka! Inspiriert von dem Motto "Mache das Fremde vertraut, verfremde das Vertraute" färbte Milka nicht nur die Verpackung, sondern auch den Werbeträger - die Kuh - lila ein, um auf die Schokolade aufmerksam zu machen. Für die ersten Werbespots jedoch wurden die Kühe auf einer Seite mit wasserlöslicher Farbe angemalt. Heutzutage wird die Kuh mit Hilfe von Computern nachträglich retuschiert. Gibt es heilige Kühe? <- Ja!!! In anderen Länder, zum Beispiel Indien, sind die Rinder heilige Tiere. Rund 220 Millionen "heilige" Tiere leben in Indien. Dort glaubt man, daß in jeder Kuh die göttliche Seele eines Menschen wiederkehrt und die Tiere dürfen dort nicht getötet werden. Sie gehören zum täglichen indischen Straßenbild und haben selbst auf den viel befahrenen Straßen stets Vorfahrt. schließlich werden die Kühe von den Hindus als heilige Wesen verehrt. Wer einer Kuh das Leben nimmt, hat nach hinduistischem Glauben einen Mord begangen. Vor gut zwanzig Jahren wurde eine solche Tat noch mit dem Tode bestraft, mittlerweile wurde das Strafmaß auf lebenslange Haft reduziert. Aber nicht alle Kühe haben ein leichtes, schönes Leben. Viele der Tiere müssen auf den Feldern hart arbeiten, bekommen wenig Nahrung und kümmern vor sich hin. Was passiert oftmals Kindern, die von einer blinden Kuh berührt werden? <- Der/die muss sich an Stelle der blinden Kuh die Augen verbinden lassen. Blinde Kuh ist in erster Linie der Name eines heute fast ausschließlich von Kindern gespielten Neckspieles. Was sind humorvolle Kuh-Sprüche? <- Die Kuh im Gegensatz zum Elch, macht vorne Muh und hinten Melch. Ist die Viehzucht aufgegeben, heißt es von Touristen leben. Spielt der Knecht im Stall Viola, gibt die Kuh beim Melken Cola. Muht die Kuh laut im Getreide, war ein Loch im Zaun der Weide. Kommt der Regen schräg von vorn, kriegt die Kuh ein nasses Horn! Wenn die Kuh am Himmel schwirrt, hat sich die Natur geirrt. Haltet euch fern von Wiesen und Weiden, dann kann man euch besser vom Vieh unterscheiden. "Stimmvieh" (im Volksmund "Bürger an der Wahlurne") Was sind humorvolle Kuh-Sprichwörter? <- Die Liebe ist wie eine Kuh, sie läuft dem größten Ochsen zu. (Kai Hülsmann) Man wird so alt als wie eine Kuh, und lernt noch immer was dazu. (deutsches Sprichwort) Bauen im April die Schwalben, gibt's viel Futter, Küh und Kalben. (bäuerliche Wetterregel) Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe. (Volksmund zum Butterberg) Man sollte eine Kuh niemals als "dumm" bezeichnen - es könnte passieren, daß die Milch sauer wird! (Adelheid Keller) Ein Bauer bekommt leichter eine Frau als eine Kuh. (deutsches Sprichwort) Kühe, die die "Blechtrommel" lesen, weiden in "Grass". (vom Webmaster des Nierswalder Kuhhofs) |